Hier finden Sie das Jubiläums-Jahresprogramm 2005

Jubiläums-Jahresprogramm 2005 (aktuallisiert: 29.06.05)

 

 

Mehr Infos zum Bergwerk erhalten Sie unter: www.frischglueck.de

 

 

Über 2500 Jahre Eisenerzbergbau in Neuenbürg

 

Archäologische Forschungsgrabungen gehen weiter

 

Spektakuläre Erkenntnisse und Funde / Ältestes, größtes und bedeutendstes keltisches Eisenproduktionszentrum in Mitteleuropa / Jubiläumsjahr „Spectaculum Ferrum“ mit einer Vielzahl interessanter Veranstaltungen 

 

Archäologische Forschungsgrabungen im oberen Schnaizteich bei Waldrennach haben den wissenschaftlichen Nachweis gebracht, dass die Gewinnung und Verhüttung der Eisenerzvorkommen bereits 2500 Jahre oder noch mehr zurückreicht. Im Zuge dieser Grabungen kamen mehrere keltische Verhüttungsöfen, Rennfeueröfen genannt, aber auch Arbeitsgeräte aus Stein sowie Keramikstücke zum Vorschein. Diese Funde sind als sehr spektakulär und als bislang einzigartig zu bezeichnen.

 

Damit die Grabungen im vergangenen Jahr überhaupt möglich werden konnten, haben die Stadt Neuenbürg und der Verein „Frischglück“-Arbeitsgemeinschaft Neuenbürger Bergbau e.V. mit jeweils 5.000 Euro die Anschubfinanzierung übernommen. Auch die zuständige Denkmalbehörde steuerte einen höheren fünfstelligen Betrag für die Durchführung dieser Forschungsgrabungen bei. Und diese Investition hat sich in Anbetracht der Ergebnisse gelohnt: Die Kelten haben – das zeigen die wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Forschungsgrabungen – auf der heutigen Neuenbürger Stadtgemarkung das älteste, größte und bedeutendste Eisen-Produktionszentrum nördlich der Alpen beziehungsweise in Mitteleuropa betrieben. Dr. Günther Wieland, der zuständige Archäologe von der Denkmalbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe,  sowie der selbständige Archäologe und Grabungsleiter Dr. Guntram Gassmann aus Tübingen gehen davon aus, dass diese Eisenerzgewinnung und -verhüttung sogar mehr als 500 Jahre vor Christus zurückreicht und einige Jahrhunderte, also wesentlich länger andauerte, als bislang angenommen wurde. Genaue wissenschaftliche Analysen sollen das bestätigen.

 

Interessant ist auch, dass sich das eigentliche Verwaltungs- bzw. Technikzentrum der Kelten auf dem heutigen Schlossberg befunden haben muss. Entsprechende vorzeitliche Fundstücke lassen diesen Schluss zu. Fest steht, dass aufgrund der 2004 durchgeführte, fünf Monate andauernden Forschungsgrabungen und der damit zusammenhängenden archäologischen Erkenntnisse die keltische Geschichte ein gehörig Stück weit umgeschrieben werden muss. Auch für Neuenbürg selbst bedeutet die Aufhellung dieser mehr als 2500 Jahre zurückreichenden Eisen- und Kulturgeschichte eine neue Perspektive für die Zukunft.

 

Aus diesem Grunde sollen in diesem Jahr 2005 diese Forschungsgrabungen verstärkt fortgesetzt werden. Denn es geht darum, im Bereich Waldrennach weitere bekannte Schlackenplätze und Verhüttungsöfen zu untersuchen. Nur so kann eine genaue epochale Abgrenzung der keltischen Aktivitäten auf heutiger Neuenbürger Stadtgemarkung erreicht werden. Zudem haben diese Grabungen auch das Ziel, Siedlungs- und Bestattungsplätze sowie ein Bergwerk der Kelten nachweisen zu können. Das alles soll eine gute Grundlage für weitere Forschungsprojekte schaffen.

 

Jubiläumsjahr „Spectaculum Ferrum“

 

2005 ist ein Jubiläumsjahr. Die Schirmherrschaft hat Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle übernommen. Im Lauf dieses Jubiläumsjahres mit Namen „Spectaculum Ferrum – 2500 Jahre Eisenerzbergbau in Neuenbürg“ sollen eine archäologische Ausstellung in der Sparkasse (vom 10.03. bis 08.04.2005) und verschiedene andere Veranstaltungen wie wissenschaftliche Vorträge und Exkursionen diese keltische Vergangenheit unserer Stadt einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen. So wird es im Besucherbergwerk „Frischglück“, das in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen feiert, im Innern des Berges ab 30. April ein Künstlerprojekt geben. Kunstschaffende wollen sich mental mit dem Thema Eisenerzbergbau beschäftigen und ihre Arbeiten das ganze Jahr über im Bergwerk belassen, damit sie Oxidation bzw. Patina ansetzen und so die Vergänglichkeit alles Irdischen symbolisieren.

 

Im Höhenstadtteil Waldrennach steht am 9. Juli eine Nacht der Rennfeuer bevor. Dazu werden die Archäologen keltische Verhüttungsöfen originalgetreu nachbauen und darin Eisenerz schmelzen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres soll jedoch am 17. und 18. September ein zweitägiges Keltenfest im Schlossgarten sein, wo spezielle Gruppen das Arbeiten und Alltagsleben der Kelten demonstrieren und nachempfinden wollen. Und weil der Verein „Frischglück“-ARGE Bergbau in diesem Jahr auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken kann, wird es am 26. November zum Jahresabschluss nicht nur die traditionelle Barbarafeier, sondern eine Jubiläumsveranstaltung mit einem bergmännischen Gottesdienst, einer Bergparade und einem Festabend sowie eine Ausstellung „Geschichte des Eisens“ geben.

 

Das alles verlangt einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand, was in der für die Städte und Gemeinden immer kritischer werdenden Zeit nicht einfach ist. Muss die Stadt Neuenbürg allein schon für den Fortgang der Forschungsgrabungen im Jahre 2005 nochmals einen höheren fünfstelligen Betrag aufbringen, so erfordert auch das Jubiläumsjahr finanzielle Anstrengungen. Ohne zusätzliche Mittel lässt sich das alles leider nicht bewerkstelligen, weshalb die Stadtverwaltung und der Verein „Frischglück“-ARGE Bergbau auf der Suche nach Spendern sind, die mithelfen, diese bedeutsame Geschichte der Stadt Neuenbürg weiter zu erforschen und – was das Jubiläumsjahr anlangt – das bisher zutage Gebrachte auch der Bürgerschaft zeigen zu können. Daher wäre es schön, wenn Interessierte, welche der Heimat mit ihrer so interessanten Frühgeschichte treu verbunden sind, den Fortgang der Grabungen und die Durchführung des Jubiläumsjahres „Spectaculum Ferrum“ und alle damit zusammenhängenden Bemühungen finanziell unterstützen würden. Spenden können mit dem Vermerk „Kelten“ auf das Konto der Stadt Neuenbürg (Kontonummer 998 001 bei der Sparkasse Pforzheim Calw; BLZ: 666 500 85) einbezahlt bzw. überwiesen werden. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch zugesandt.

 

 

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<h1>Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald</h1>

Am 28. Januar 2005: Ein Vortrag als Auftakt des Neuenbürger Jubiläumsjahres

 

 

Neuenbürg. „Spektaculum Ferrum“ – dieser Begriff steht für ein besonderes Jubiläumsjahr in Neuenbürg, der Stadt des Eisens und der Kelten. In diesem Jahr soll nämlich in vielfacher Weise daran erinnert werden, dass der Eisen- und Manganerz-Bergbau schon in vorchristlicher Zeit eine große Bedeutung hatte. Jüngste archäologische Forschungsgrabungen im oberen Schnaizteich bei Waldrennach haben den Beweis erbracht, dass schon die Kelten vor mehr als 2500 Jahren die Eisen- und Manganerze in großem Umfang gegraben und verhüttet haben.

 

Das Thema Bergbau zieht sich wie ein roter Faden durch das Jubiläumsjahr, das am Freitag, 28. Januar 2005, mit einer Buchvorstellung und – um 19.00 Uhr – mit einem öffentlichen Vortrag im Haus der Sparkasse in Neuenbürg seinen Anfang nimmt. Dieser Vortrag hat das Thema „Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald“. Der Referent, Geologiedirektor Dr. Wolfgang Werner, kommt aus Freiburg, und zwar vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB). Er hat bereits im Juni vergangenen Jahres in Neuenbürg während eines fachgeologischen Wochenendes einen Vortrag gehalten und fachgeologischen Führungen durchs Bergwerk unternommen.

 

Dr. Wolfgang Werner ist beim LGRB Leiter des Referats Rohstoffgeologische Landesaufnahme, aber auch Autor zahlreicher Publikationen vor allem zu lagerstätten- und strukturgeologischen sowie montanhistorischen Themen. Zusammen mit dem Vizepräsidenten des LGRB, Landesbergdirektor Dipl.-Ing. Volker Dennert, hat er ein sehr aufschlussreiches Buch geschrieben, das vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg in Kooperation mit der Montanhistorischen Gesellschaft Idar-Oberstein herausgegeben wurde und kurz vor Weihnachten erschienen ist. Dieses reich bebilderte und mit erläuternden Planzeichnungen etc. versehene, 334 Seiten umfassende Buch trägt den Titel „Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald“. Es ist ein hochinteressanter Führer durch die „Welt“ im Innern der Erde. Eine besondere Berücksichtigung liegt dabei auf den öffentlich zugänglichen Bergwerken sowie den geologisch-tektonischen Entwicklungen und montangeschichtlichen Erkenntnissen des gesamten Schwarzwaldes. Es ist – wie kaum ein anderes Buch – ein wertvolles Nachschlagewerk für eine Jahrtausende währende wechselvolle Geschichte der Erz- und Minerallagerstätten und der bergmännischen Tradition.

 

Auch das historische Bergbaurevier und speziell die alte Bergwerks- und Oberamtsstadt Neuenbürg werden in diesem neuen Buch in besonderer Weise gewürdigt. Ein größeres Kapitel und auch weitere Abschnitte in diesem Buch befassen sich mit den für Neuenbürg spezifischen Themen der Erdgeschichte, der Geologie, Mineralogie sowie der Geschichte des Eisen- und Manganerzbergbaues, angefangen bei den Kelten vor über 2500 Jahren. In knapper und möglichst allgemein verständlicher Form wird über all das berichtet. Bilder und historische Dokumente verdeutlichen zusätzlich all das, was Neuenbürg als Stadt des Eisens und der Kelten so bedeutungsvoll macht.

 

Ähnliches gilt natürlich auch für die anderen 13 Bergbaureviere und die dazugehörigen Bergbaustädte und -gemeinden zwischen Pforzheim und Lörrach sowie für die Besucherbergwerke, welche der Öffentlichkeit Einblicke in den „unterirdischen“ Schwarzwald bieten.

 

Dieses inhaltsreiche Buch, das Geologiedirektor Dr. Wolfgang Werner vormittags im Neuenbürger Rathaus der überregionalen Presse vorstellen wird, bietet dann am Abend im Veranstaltungsraum der Sparkasse den Rahmen für seinen zweiten Vortag in Neuenbürg. Es ist quasi eine Fortsetzung seines ersten Vortrags im Juni vergangenen Jahres, der von den vielen interessierten Zuhörern begeistert aufgenommenen wurde.

 

Die nächste Veranstaltung des Jubiläumsjahres „Spectaculum Ferrum“ wird dann ab 15. März eine Ausstellung im Schalterbereich der Sparkasse in Neuenbürg sein. Die Erkenntnisse und natürlich auch gesicherten Funde der jüngsten archäologischen Forschungsgrabungen im oberen Schnaizteich bei Waldrennach werden dann bis zum 8. April dieses Jahres der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere themenbezogene Veranstaltungen und Vorträge folgen im Jahreslauf.

 

Übrigens: Schirmherrin dieses Jubiläumsjahres ist Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle, die im vergangenen Jahr zusammen mit anderen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft die Archäologen im oberen Schnaizteich bei Waldrennach besucht hat und sich ausgiebig über die Forschungsgrabungen und die spektakulären Erkenntnisse sowie Funde aus keltischer Zeit informieren ließ. Beachtliche finanzielle und ideelle Unterstützung leistet auch die Sparkasse Pforzheim Calw, die damit einmal mehr unter Beweis stellt, dass sie regionale heimatgeschichtliche Belange wohlwollend begleitet.


 

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