Eindrucksvolles Abschiedsfest nach 24 Amtsjahren:

Fleiß und Tatkraft fand gebührende Würdigung / Vereine aus der Gesamtstadt erfreuten mit einem besonderem Abschiedsgeschenk

 

„So ein schönes Abschiedsfest hatte ich eigentlich nicht erwartet; ich bin tief beeindruckt und freue mich darüber“, mit diesen Worten bedankte sich der langjährige, am vergangenen Freitag, 20. Oktober 2006, nach 24 Amtsjahren in den Ruhestand getretene Bürgermeister Theo Schaubel. Mit ihm freute sich seine Frau, ja die ganze Familie über diesen besonderen Festabend, an dem neben zahlreichen Ehrengästen auch viele Bürgerinnen und Bürger aus Neuenbürg und den drei Stadtteilen Arnbach, Dennach und Waldrennach teilgenommen haben. Verschiedene Redner würdigten den Fleiß und die Tatkraft des engagierten Kommunalpolitikers, der sich um die Stadt Neuenbürg in vielfältiger Weise besondere Verdienste erworben hat.

 

Und diese Verdienste fanden gleich zu Beginn der Veranstaltung eine besondere, sehr seltene Anerkennung: Theo Schaubel wurde auf Beschluss des Gemeinderates zum Ehrenbürger dieser Stadt ernannt, der er 24 Jahre lang als Bürgermeister gewirkt und somit bleibende, sichtbare „Spuren“ hinterlassen hat. Der 1. stellvertretende Bürgermeister, Stadtrat Dr. Dieter Lenzinger, hatte zunächst die zahlreichen Gäste aus nah und fern begrüßt, unter denen sich die Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann (CDU), Thomas Knapp (SPD) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP); Landrat Karl Röckinger; Repräsentanten des baden-württembergischen Gemeindetages; Amts-Nachfolger Bürgermeister Horst Martin sowie mehrere Bürgermeister aus benachbarten Gemeinden im Enzkreis und im Kreis Calw; Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Ernst Fischer sowie ein Vertreter aus der thüringischen Partnerstadt Gößnitz; Vertreter der Kirchen, der Schulen, der Vereine und anderer Institutionen bzw. Vereinigungen befanden. Auch zahlreiche städtische Bedienstete waren gekommen, um ihren langjährigen Chef in den Ruhestand zu geleiten.

 

Dank für Fleiß und Tatkraft

Danach erinnerte Dr. Lenzinger an manche gewichtige Vorhaben und Projekte, welche während der Amtszeit von Theo Schaubel realisiert werden konnten. Namens des Gemeinderates und der Neuenbürger Bevölkerung dankte er dem langjährigen Bürgermeister für seinen Fleiß und seine Tatkraft. „Sie haben“, so betonte der Bürgermeister-Stellvertreter, „die Stadt aktiv gestaltet und haben mit Beharrlichkeit Ziele verfolgt, ohne dabei den Kontakt zur Bevölkerung zu verlieren“. Als Würdigung der geleisteten Arbeit und in Anerkennung der bleibenden Verdienste übergab er dann unter dem anhaltenden Beifall der Anwesenden Theo Schaubel die Urkunde, auf der die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Neuenbürg dokumentiert ist.

 

Den Reigen der Redner eröffnete der Landrat des Enzkreises. Er erinnerte an die drei Amtsperioden, in denen Bürgermeister Schaubel für die Stadt Neuenbürg enorm viel getan habe. Mit Mut und Energie habe er Vorhaben angepackt sowie Probleme und Schwierigkeiten bewältigt. Vor allem sei sein engagierter Einsatz für den Erhalt der Enzkreis-Kliniken besonders zu würdigen. Theo Schaubels Lebensaufgabe sei es gewesen, für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neuenbürg da zu sein – und er habe Wort gehalten, betonte der Landrat, der ihm zur Erinnerung an seine Bürgermeister-Jahre die neue Ehrenmedaille „Zeitenwende“ der Enzkreis-Serie überreichte.

 

Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Scheuermann, würdigte im Auftrag seiner Parlamentskollegen die Arbeit und das gute Einvernehmen mit Theo Schaubel über viele Jahre hinweg, der Tag und Nacht mit Leib und Seele Bürgermeister gewesen sei. Er lobte ihn zudem als Konstrukteur und Regisseur aber auch „Motor“ für eine gute und moderne Umstrukturierung „seiner“ Stadt, Ähnliche Worte fand auch Bürgermeister Jürgen Kurz aus Niefern-Öschelbronn, der als Sprecher der Enzkreis-Gruppe des baden-württembergischen Gemeindetages namens der Bürgermeister-Kollegen Theo Schaubel Anerkennung und Respekt für seine Leistung zollte. Sein Lob: „Du warst ein Sprachrohr Deiner Stadt und deren Bürger“. Er habe die Gabe gehabt, auf Menschen zuzugehen beziehungsweise die städtische „Innen- und Aussenpolitik“ aufeinander abzustimmen. Als kleine Anerkennung der Bürgermeister-Kollegen aus dem Enzkreis erhielt Theo Schaubel den Ehrenbecher des Gemeindetages Baden-Württemberg.

 

Humorige Worte fand die Vorsitzende des Personalrates der Stadtverwaltung Neuenbürg, Karin Addai. „Unser Chef von rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ging fleißig und diszipliniert zu Werke und hatte Freude an seiner Arbeit“. Er sei ein verständnisvoller Bürgermeister und Chef gewesen und habe stets Wert auf eine sorgfältige Arbeitsweise gelegt habe. Karin Addai: „Die grünen Umlaufmappen waren sein liebstes Spielzeug, denn darin fanden sich zum Beispiel Aktenvermerke und Anweisungen!“ Wie ein Schwarm Hornissen sei er von diesen grünen Mappen umgeben gewesen. Und zum Schluss hatte Karin Addai die Lacher auf Ihrer Seite, als sie sagte: „Jetzt kommen Sie mal zu mir, sonst musste ich ja immer zu Ihnen kommen...!“ Dann erhielt der scheidende Chef sein Abschiedsgeschenk von den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – zwei Musical-Eintrittskarten, die er in ebenso einer grünen Mappe bekam sowie einen Kompass, für seinen „weiteren Weg“.

 

Neuenbürg – eine Schulstadt

Durch das Bemühen und die Tatkraft von Theo Schaubel sei Neuenbürg zu einer echten Schulstadt geworden, betonte der Rektor der Schlossbergschule, Erwin Rudolf, der auch namens der Grundschule Arnbach und des Gymnasiums ein Grußwort sprach und betonte, dass die Neuenbürger Schulen mit ihren rund 1500 Schülern – genau so wie das Schloss – durchaus als „Juwel“ bezeichnet werden können. „Ich danke Ihnen für die vielen konstruktiven Gespräche, die vielen Kontakte und die stetige Unterstützung, aber auch für das gute Einvernehmen. Als Abschiedsgeschenk der Schulen erhielt Theo Schaubel einen großen Regenschirm, weil man ihn als Pensionär ja nicht im Regen stehen lassen möchte.

 

Auch die Kirchengemeinden in der Stadt Neuenbürg hatten allen Grund, dem jetzigen Bürgermeister im Ruhestand Dank und Anerkennung für seine Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu danken. Dekan Werner Trick von der evangelischen Kirche, der auch im Auftrag der anderen evangelischen Kirchengemeinde, aber auch namens der katholischen Gemeinde und der evangelisch-methodistischen Gemeinde das Grußwort sprach, lobte den guten Draht und die Tatsache, dass es viele gemeinsame Berührungspunkte gab. In vielen gemeinsamen Gesprächen habe vieles auf gute Weise und in beiderseitigem Einvernehmen gelöst werden können. Zwei besondere literarische Werke waren das Abschiedsgeschenk für den Bücherfreund Schaubel.

 

Auf den Verdiensten ausruhen

Schon als Bürgermeister-Kandidat habe Theo Schaubel vor 24 Jahren den Kontakt zu den Vereinen gesucht und gefunden und dann nach seiner Wahl zm Stadtoberhaupt auch gehegt und gepflegt, betonte der Vorsitzende der „Frischglück“-ARGE Neuenbürger Bergbau e.V., Jürgen Härter, der dem langjährigen Bürgermeister namens aller Vereine in Neuenbürg, Arnbach, Dennach und Waldrennach dankbare Anerkennung erwies. Theo Schaubel habe die Arbeit der Vereine, deren Aktivitäten und Bereitschaft, das Jahresgeschehen der Stadt zu bereichern, stets geschätzt und gewürdigt und die Vereine hätten immer auf seine Unterstützung bauen können. Wörtlich betonte der Sprecher zu Theo Schaubel gewandt: „Sie haben sich unbestreitbar in bespielhafter Weise um das Vereinsleben in der Stadt bleibende Verdienste erworben!“ Als Dank und Anerkennung wurde dem scheidenden Bürgermeister und seiner Frau eine aus Neuenbürger Holz in bester handwerklicher Arbeit hergestellte solide, massive Sitzgruppe für den Garten ausgehändigt, damit sich Theo Schaubel sprichwörtlich auf seinen Verdiensten ausruhen kann. Die Vereine hatten dafür in einer besonderen Aktion Geld gespendet.

 

Abschiedsrede – ein „Vermächtnis“

Bürgermeister i. R. Theo Schaubel bedankte sich in herzlicher Weise für die große und vielfältige Anerkennung. Vor allem zeigte er sich stolz auf die Verleihung der Ehrenbürgerwürde. „Nun kann ich ja zusammen mit meinem Amtsvorgänger Ernst Fischer ein Ehrenbürgertreffen machen“, meinte der Geehrte humorvoll. Er blickte dann auf seine 24jährige Amtszeit zurück und ging dabei auf manches Vorhaben und realisiertes Projekt ein. Ebenso erinnerte er so manche schwierige Entscheidung im Gemeinderat, betonte aber das gute Einvernehmen und die konstruktive Zusammenarbeit mit den gemeinderätlichen Gremien. Seine Aussage, dass er die Stadt mit ihren Stadttteilen lieb gewonnen und ins Herz geschlossen habe, war ein persönliches Bekenntnis besonderer Art. Theo Schaubel gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass in den zurückliegenden Monaten neue gastronomische Betriebe und in der Innenstadt neue Geschäfte eröffnet wurden.

 

Es war eine breite Palette, die von ihm angesprochen wurde, ob dies – unter anderem – die Kirchen, die Schulen oder die Vereine betraf. Theo Schaubels Abschiedsrede war eine Art „Vermächtnis“ dessen, was seine 24jährige Amtszeit beinhaltet und was er als Bürgermeister dieser Stadt bewirken konnte. Demokratie lebe von einem „Stabwechsel“. Nun seien die Schlüssel an seinen Nachfolger, Bürgermeister Horst Martin, übergeben, dem er eine glückliche Hand und erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Stadt wünschte. „Ich werde mich“, sagte Theo Schaubel, nicht einmischen, aber immer – wenn es gewünscht wird – bei Bedarf zur Verfügung stehen“.

 

Anspruchsvolles Rahmenprogramm

Der Festabend zur offiziellen Verabschiedung des in den Ruhestand getretenen Bürgermeisters Theo Schaubel sah ein anspruchsvolles Rahmenprogramm, das von verschiedenen musikalischen Beiträgen – jeweils angekündigt von Stadtrat Günther Moldenhauer – allen im Saal viel Freude bereitete. Den musikalischen Auftakt – und zwar mit dem Marsch „Glückauf, Glückauf, der Steiger kommt...“ – machte die Stadtkapelle Neuenbürg unter der Leitung von Michael Pietsch. Zwei weitere Musikstücke der Kapelle folgten. Mit dem „Freedom is coming..“ erfreute der “Flutlichtchor” Dennach und das Akkordeon-Orchester Arnbach bot „Music...“ besonderer Art. Dass die beiden Bürgermeister Norbert Mai (Bad Herrenalb) und Carsten Lachenauer (Unterreichenbach) einen speziellen Programmbeitrag beisteuern wollten, war bekannt. Doch mit ihrem kleinen „Melodienstrauß“ erfreuten sie nicht nur ihren früheren Chef – denn Mai war Stadtkämmerer und Lachenauer Hauptamtsleiter – sondern die gesamte Festversammlung. Für den musikalischen Abschluss sorgte der „Sängerbund“ Arnbach mit Beethovens „Hymne an die Nacht...“, einem Lieblingslied Schaubels, sowie mit dem weltbekannten und von seinem Dichter Wilhelm Ganzhorn in Neuenbürg geschriebenen Lied „Im schönsten Wiesengrunde...“.

 

Für den schlussendlichen Höhepunkt des Abschiedsfestes sorgte die Freiwillige Feuerwehr Neuenbürg unter Einbeziehung aller Stadtteilwehren und der Jugendfeuerwehr: Nämlich für den „Großen Zapfenstreich“, der ebenfalls als besondere Ehrung für den langjährigen Bürgermeister gedacht war.

 


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