Rückblick auf die festliche Sondersitzung des Gemeinderates am 31.10.2006 hinsichtlich der offiziellen Amtsverpflichtung / Zahlreiche gute Wünsche für das neue Stadtoberhaupt

 

Die offizielle Amtseinsetzung von Bürgermeister Horst Martin, die am vergangenen Dienstag Abend im Fürstensaal des Schlosses Neuenbürg im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung stattfand, ist vollzogen. Der 1. stellvertretende Bürgermeister, Dr. med. Dieter Lenzinger, konnte dazu zahlreiche Gäste begrüßen: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast; die Landtagsabgeordneten Thomas Knapp (SPD) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP); Landrat Karl Röckinger; den Oberbürgermeister der Stadt Wangen im Allgäu, Michael Lang; Bürgermeister Jürgen Kurz aus Niefern-Öschelbronn als Vertreter des baden-württembergischen Gemeindetages, aber auch die Bürgermeister i. R. sowie Ehrenbürger Theo Schaubel und Ernst Fischer. Erfreut zeigte er sich, dass auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger erschienen sind und ihr Interesse an dieser besonderen kommunalen Veranstaltung bekundeten.

 

Für den musikalischen Auftakt dieser festlichen gemeinderätlichen Sondersitzung sorgte die Jugendmusikschule Neuenbürg. Schülerinnen und Schüler verschiedender Klassen boten durch das gesamte Programm klassische wie moderne Musik. Sie „eroberten“ sich auf den unterschiedlichsten Instrumenten einmal mehr die Sympathien und den Respekt eines begeisterten Publikums. Von der Klasse Claudia Wehrstein spielten Christina Ruff bzw. Maja Prodanovic jeweils ein Lied von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Von den Klassen Silke Schöninger und Frank Goebel boten Lisa Petervari sowie Markus Hauff Musik von Fanz Xaxer Scharwenka bzw. Heinz Both. Den musikalischen Abschluss bildeten – von den Klassen Inge Sonns und Jefim Shkolnyk – Verena Wiedenmann und Hannah Wurst sowie Susanna Herrmann Werke von Brian Bonsor; Oskar Rieding und Natalij Baklanova.

 

Auf dem Erreichten aufbauen

Auf das Erreichte aufbauen und Zukunftschancen nutzen – das waren Kernpunkte in verschiedenen Reden anlässlich der Vereidigung und Verpflichtung von Bürgermeister Martin. Diese offizielle Amteinsetzung wurde von Dr. Dieter Lenzinger vorgenommen. Er ging aus diesem Anlass kurz auf die kommunalpolitischen Belange Neuenbürgs, auf das Erreichte und die Zukunftsaufgaben ein. „Sie sind“ – so Dr. Lenzinger – in Neuenbürg mit offenen Armen aufgenommen worden; mit ehrlicher, ernster und vor allem fleißiger Arbeit können Sie dies den Neuenbürgern zurück geben“. Die Stellung eines schwäbischen Bürgermeisters sei einmalig und nicht hoch genug einzuschätzen. Andererseits müsse er viel Pragmatismus beweisen und stets ein offenes Ohr haben. Vor allem dürfe der „Schultes“ nicht Jedermanns Liebling sein, sonst sei er bald Jedermanns Dackel...!“, fügte der stellvertretende Bürgermeister scherzhaft an.

 

Namens des Gemeinderates gab Dr. Lenzinger dem neuen Bürgermeister Horst Martin, nachdem dieser seinen Amtseid gesprochen hatte und auf das Amt verpflichtet war, beste und wohl gemeinte Wünsche mit auf den Weg. Vor allem wünschte er dem Nachfolger von Theo Schaubel viel Erfolg für seine künftige Arbeit, die – angesichts der zunehmenden finanziellen Probleme – nicht immer leicht sein dürfte.

 

Partnerschaftlicher Dialog

Bürgermeister Horst Martin erinnerte in seiner Ansprache nochmals an den großen Vertrauensvorschuss, der ihm bei der Wahl am 23. Juli dieses Jahres mit einem stattlichen Stimmenergebnis von nahezu 85 Prozent gegeben wurde. Das Miteinander und das Leben in einer Kommune seien einem steten Wandel unterworfen. Die Redewendung, dass nichts so beständig sei als der Wandel, beschreibe dies wohl am prägnantesten. Bürgermeister Martin wörtlich: „Das heißt in der Konsequenz für uns alle, dass neben den konkreten sachlichen Inhalten, die es zu regeln und zu gestalten gelten wird, das >Wie< – also wie wir etwas lösen und wie wir dabei miteinander umgehen – viel wichtiger sein wird“. Es werde ihm deshalb ein großes Anliegen sein, dieses Vertrauen, das ihm bei der Wahl ausgesprochen und das ihm seither in bemerkenswerter Freundlichkeit bei vielen Begegnungen entgegen gebracht wurde, wieder zurückzugeben. Und dies geschehe – so versprach er – mit seiner persönlichen Bereitschaft zu einem fairen, offenen, ehrlichen, vertrauens- und respektvollen Gespräch. „Auf einer Augenhöhe sollen“ – so Horst Martin weiter – „im partnerschaftlichen Dialog die Dinge angegangen werden“. Er ist sich sicher, dass sich auf der Basis des bisher von seinen Amtsvorgängern Geschaffenen sehr viel um Themen drehen wird, welche der Stadt Neuenbürg durchaus gute Zukunfts-Chancen ermöglichen. Er nannte dabei zahlreiche Beispiele, welche das gesamte kommunale Leben der Stadt, die Erfordernisse und Möglichkeiten umfassen. Doch sei alles natürlich nur unter dem Beibehalt der ausgewogenen Finanzen zu sehen, gab der Bürgermeister zu bedenken.

 

Nochmals wörtlich: „Ich will mich bemühen, aus Neuenbürg eine noch behaglichere, gute >Stube< zu machen und ebenso werde ich mich bemühen, die sich bietenden Zukunfts-Chancen – die ja zweifelsohne mehr als anderswo vorhanden sind – unter Abwägung des Machbaren zu nutzen“. Dabei sei er auf die Unterstützung der Bürgerschaft und des Gemeinderates angewiesen. Nur gemeinsam lasse sich selbst in schwieriger Zeit viel erreichen. „Ich würde sagen: Auf geht’s – packen wir’s an!“ Mit diesen Worten schloss Horst Martin seine Rede.

 

Wohl gemeinte gute Wünsche

Verschiedene Redner sprachen dann in ihren Grußworten Bürgermeister Martin ihre Wünsche für ein erfolgreiches kommunalpolitisches Wirken und für eine gute Weiterentwicklung der Stadt Neuenbürg auch in schwierig gewordener Zeit aus. Eine gute und ersprießliche Zusammenarbeit wurde jeweils zugesichert. Kein anderer Beruf sei – meinte Landrat Karl Röckinger – so nah am Menschen und habe so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie der Beruf des Bürgermeisters. „Sie übernehmen das wichtigste Amt in dieser Stadt, und zwar in einer Situation, in der alle politisch Verantwortlichen – und damit auch Sie persönlich – vor große Herausforderungen gestellt sind“, betonte der Landrat. Gleichzeitig sei der Beruf aber auch ein Spagat zwischen immer enger werdenden finanziellen Spielräumen und der Notwendigkeit, die Stadt weiter voranzubringen und sie zu stärken. Karl Röckinger zu Bürgermeister Martin gewandt: „Ihre Arbeit darf nicht zum bloßen Verwalten oder gar zum Stillstand führen“. Daher müsse ein Bürgermeister vor allem auch ein Ideenschmied und Organisator sowohl im gesellschaftlichen als auch im sozialen Bereich sein. Er wünschte Horst Martin gute Nerven und eine ordentliche Portion Geduld. „Im Landratsamt werden wir Sie im Blickfeld behalten und schauen, was sich in Neuenbürg mit Ihnen rührt“, sagte Landrat Röckinger zum Abschluss.

 

Bürgermeister i. R. Theo Schaubel versprach seinem Nachfolger, ihm – wenn er gefragt werde – mit Rat zur Seite zu stehen, ohne sich einzumischen. Er könne sich zum Beispiel eine ehrenamtliche Unterstützung für das Schloss vorstellen. Letztendlich bat er Horst Martin aber darum, die Kontakte in die Partnerkommunen (Gößnitz in Thüringen sowie Sainte Maxim an der Cotê d’ Azure in Südfrankreich) nicht abreissen zu lassen, sondern weiter zu pflegen.

 

Grüße aus dem Bodenseeraum

Oberbürgermeister Michael Lang aus der – Hergatz benachbarten – Stadt Wangen im Allgäu übermittelte dem neuen Neuenbürger Stadtoberhaupt die Grüße und Wünsche seiner bisherigen Bürgermeister-Kollegen aus dem Bodenseeraum. Bürgermeister Jürgen Kurz (Niefern-Öschelbronn) sprach im Auftrag der Enzkreis-Bürgermeister und des baden-württembergischen Gemeindetages wohl gemeinte Worte an den neuen Kollegen. Dass mit ihm ein Verwaltungsfachmann nach Neuenbürg komme, sei ein „Pfund“, mit dem man wuchern könne. In diesem Amt seien heutzutage Beharrlichkeit; Herzblut und Fachwissen gefordert. Wörtlich: „Sie können nun zeigen, was Sie können, um mit Verstand, Geschicklichkeit und Tatkraft diese Stadt voranzubringen“.

 

Weitere Grußworte sprachen Karin Addai als Vorsitzende des Personalrats der Stadt Neuenbürg; Rektor Erwin Rudolf von der Schlossbergschule (auch im Auftrag des Gymnasiums und der Grundschule Arnbach); der katholische Pfarrer Hansjörg Nothelfer im Auftrag der Kirchengemeinden in der Gesamtstadt Neuenbürg sowie die Vorsitzende der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Neuenbürg, Bärbel Hauser, im Auftrag aller Vereine.

 

Für all die guten Wünsche und Grüße zu seiner offiziellen Amtseinführung bedankte sich Horst Martin sehr herzlich. In seinem Schlusswort nahm auch der 1. Bürgermeister-Stellvertreter, Dr. Dieter Lenzinger, die Gelegenheit wahr, allen Dank abzustatten, die – egal an welcher Stelle – zum Gelingen der festlichen Sondersitzung des Gemeinderates beigetragen haben, aber auch den Rednern des Abends und besonders den überaus begabten Schülerinnen und Schülern der Jugendmusikschule Neuenbürg mit ihrem Leiter Christian Knebel an der Spitze. Im Anschluss daran gab es die Möglichkeit für ausgiebige Gespräche.

 

 

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