Schönes Fest bei bestem Wetter - Flößerfest 2015




























 

 

 

 

  Reportagen zum Flößerfest

  und dem Waschzuberrennen

 

 

 

 

 

 

 

Rahmenprogramm fand wieder guten Anklang / Floßfahrten am Samstag und Sonntag begeisterten Besucher aus nah und fern


Das Flößerfest in Neuenbürg ist und bleibt eines der schönsten Feste dieser Art im Nordschwarzwald. In eindrucksvoller Weise lässt dieses Fest die Tradition der Flößer wieder aufleben und gibt damit das Brauchtum dieses einstigen besonderen Berufsstandes wider. Die Flößerfestgemeinschaft Neuenbürg mit dem Musikverein und dem Turnverein als Veranstalter und Organisatoren verdient Respekt und Anerkennung. Und dies wiederum wurde auch dieses Mal in vielfacher Weise von Besuchern aus nah und fern ausgesprochen. Der wohlklingende Name der Stadt Neuenbürg mit ihrer traditionsreichen Geschichte wurde weit übers Enztal hinaus verstärkt.


Denn es war erneut ein Fest mit vielen Aktivitäten und Aktionen im Bereich der Hirschbrücke als auch des Marktplatzes, das der Flößertradition im Gesamten zur Ehre gereicht. Höhepunkt waren natürlich die Floßfahrten am Samstag und Sonntag, wobei allerdings die erste davon – am Samstagnachmittag – zugleich die spektakulärste war, weil die befreundeten „Talhubenflößer“ aus Unterreichenbach das rund 60 Meter lange Floß Dank des zuvor aufgestauten Wassers übers Mühlewehr die Enz abwärts steuern konnten.


Doch zunächst zur offiziellen Festeröffnung: Der Hammerschlag beim Bierfassanstich – traditionsgemäß vom „Stadtschultheiß“ ausgeführt und gekonnt vollzogen – signalisierte den Auftakt zweier schöner, geselliger Tage. Bürgermeister Horst Martin erinnerte dann in seiner Eröffnungsansprache an diese reiche Tradition der Flößerzunft des Enztals und gab zu verstehen, dass 1912 das letzte offizielle Floß die damalige Oberamtsstadt mit der Zollstelle im „Schiff“ passierte. Die erste urkundliche Erwähnung der Enztalflößerei stamme jedoch aus dem Jahre 1342. Vor allem ab dem 18. Jahrhundert habe es verstärkt Langholzflößerei auf der Enz zum Neckar und Rhein bis nach Holland gegeben. Durch den Eisenbahnbau sei die Flößerei leider unwirtschaftlicher geworden. Alle zwei Jahre – so die „Zielvorgabe“ –wird  nun mit dem Flößerfest an diese große Tradition erinnert. Und das möge auch so bleiben.
Die musikalische Umrahmung des Festbeginns „lieferte“ wieder die Stadtkapelle unter Leitung von Michael Pietsch und danach konzertierten im Festzelt die Harmoniemusik aus Bad Hindelang (Allgäu) und die Trachtenkapelle Gündringen. In den Abendstunden sorgte dann die Band „Family Groove“ für musikalische Furore. Ein besonderer attraktiver Höhepunkt war nach Einbruch der Dämmerung die Floßfahrt im Fackel- und Lichterschein.


Der Festsonntag begann im Festzelt mit einem ökumenischen Gottesdienst, gehalten von Pfarrer Helmut Manz von der evang. Kirchengemeinde; Pastor Burkhard Seeger von der evang.-method. Gemeinde sowie Gemeindereferentin Monika Koller von der kath. Kirchengemeinde. Danach begann das umfangreiche und vielseitige Rahmenprogramm in der gesamten Innenstadt


Die engagierten und routinierten Traditionsbewahrer aus Unterreichenbach, „Talhubenflößer“ genannt, haben sich am Sonntag erneut zusammen mit ihren Neuenbürger Flößerfreunden unermüdlich engagiert, um dieses Traditionsevent im oberen Enztal  zu einem Erfolg werden zu lassen. Auch dadurch zeigt sich, dass Tradition die Weitergabe der „Flamme“ bedeutet – und nicht die Bewahrung der „Asche“.  


Ein weiteres  „Highlight“ bedeutete wieder das lustige „Waschzuberrennen“ am Sonntagnachmittag. Aber auch das Rahmenprogramm mit viel Musik und anderen Beiträgen, u. a. dargeboten von der Stadtkapelle Neuenbürg; der Harmoniemusik Bad Hindelang sowie dem Musikverein Ersingen; auch von Schülern der Jugendmusikschule Neuenbürg; den „Line Dancers“ des Tanzsportclubs Neuenbürg/Sraubenhardt sowie dem Schüler-Eltern-Lehrerchor des Gymnasiums Neuenbürg. Erwähnenswert sind zudem die handwerklichen Demonstrationen von Zimmerleuten und Freunden der Flößerzünfte. Kurzum – rundum ein gelungenes Fest!

Text: Jürgen Härter, Rathaus

 

Quelle Bilder: www.pz-news.de

 

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